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Schön, dass Sie sich für unser Projekt „ Klassik ist cool” interessieren!

  1. Entstehung und Zielsetzung
    Bei unserer Konzerttätigkeit in den letzten Jahren sowie im Lehrbetrieb haben wir, Florian Meierott und Iris Schmid, festgestellt, dass immer weniger junge Leute sich für klassische Musik interessieren bzw. diese einfach rundheraus ablehnen, ohne je mit ihr bekannt geworden zu sein. Musik ist in unserer multimedialen Umwelt zwar ständig anzutreffen, die Musikerziehung mit der Schulung musikalischer Grundfertigkeiten und -kenntnisse führt jedoch im Schulbetrieb ein sehr stiefmütterliches Dasein. Trotz zahlreicher Studienergebnisse, die die positive Wirkung von Musik(-erziehung) auf viele Bereiche der kindlichen Entwicklung (Sozialverhalten, Konzentrationsfähigkeit, Selbstverständnis, Gedächtnis, Kreativität,...) eindeutig belegen, sind viele unserer Kinder „musikalische Analphabeten” (Traunreuter Anzeiger, Feb 05). Die Elternhäuser setzen sich größtenteils nicht mehr für derartige kulturelle Werte ein und die Schule kann mangels qualifizierten Lehrpersonals und Stundenzuteilung die Defizite nicht ausgleichen. Wir halten klassische Musik nicht nur für einen wichtigen Beitrag bei der Persönlichkeitsentwicklung der Kinder, sondern auch für ein bedeutendes kulturelles Erbe, an dem wir sie teilhaben lassen sollten. Es wäre schön, wenn Beethoven in Zukunft kein „ berühmter Hund” (nach dem Film „ Ein Hund namens Beethoven”) mehr ist, sondern wieder einer der wichtigsten Komponisten unserer europäischen Musikkultur. Daher ist es uns ein Anliegen, die Kinder für klassische Musik zu interessieren und zu begeistern, sie mit unseren Instrumenten bekannt zu machen und zum eigenen Musizieren anzuregen. Nachdem wir beide über langjährige Lehrerfahrung mit Kindern dieser Altersstufe verfügen, ist das besondere an diesem Konzept ist die Vernetzung von qualifiziertem Fachunterricht, der die Schüler mit einbezieht und einem Konzerterlebnis besonderer Art, bei dem sie stets auf unterschiedliche Weise eingebunden und beteiligt sind.

  2. Organisation
    Das Projekt besteht aus zwei Teilen:
    1. Am Vormittag bekommen die Kinder eine Einführung in Bau, Klang und Spielweise der Geige bzw. des Klaviers, wobei sie auch selbst aktiv musizierend einbezogen werden. An einem Vormittag können also maximal vier Klassen teilnehmen.
    2. Am Nachmittag des letzten Tages gibt es ein Kinderkonzert, zu dem auch die Eltern eingeladen sind.
      Wir haben dafür kindgemäße Stücke ausgewählt und wollen die Kinder möglichst oft aktiv einbeziehen. Die dafür erforderlichen Kenntnisse werden wir größtenteils in den Sitzungen am Vormittag erarbeiten.

    • Programm und Ablauf des Kinderkonzerts (änderungen vorbehalten):
      Florian Meierott kommt als Clown verkleidet auf die Bühne. Hier wird der berühmte Clown Grock beschworen, der seinerzeit als Musikclown mit seiner Minigeige eine Berühmtheit war und inzwischen mit seinen Kompositionen ein Revival feiert. Leider aber fehlt dem Clown zum Musizieren noch jemand, nämlich seine Begleiterin am Klavier, Iris Schmid, die den Kindern von den Schulbesuchen ebenfalls bekannt ist. Die Kinder müssen sie herbeirufen und dann kann es mit dem Czardas endlich losgehen.
      Immer wieder wird von den Zuhörern das Auswendigspiel bewundert. Florian möchte dazu den Beweis antreten. Er setzt sich eine Augenbinde auf und behauptet, auswendig spielen zu können. Um dies zu beweisen, wird ein Schüler auf die Bühne gebeten, der kontrolliert, ob die Augen auch wirklich zu sind. Dann folgt „Moto perpetuo” von Niccolo Paganini. Aber wie der Name schon sagt: das „Perpetuo” dauert an und der Geiger ist nicht mehr zu stoppen. Verzweifelt versucht die Pianistin, ihm vom Klavier aus Hinweise auf das Ende des Stücks zu geben, aber vergeblich: erst als sie ihm die Augenklappe abnimmt, finden sie ein gemeinsames Ende.
      Das folgende Stück ist den Kindern vom Besuch in den Klassen bekannt. Sie haben bereits gelernt, wie Mozarts „Alla turca” entstanden ist und das Stück dreistimmig begleitet. Da aber im Konzertsaal natürlich keine Instrumente für so viele Kinder vorhanden sind, haben die Kinder auf Anweisung der Künstler Papiertüten und selbstgebaute Dosenrasseln mitgebracht, die nun nach Anleitung zu Instrumenten umfunktioniert werden. Die drei Begleitstimmen werden rasch noch einmal wiederholt und nun spielen die Kinder gemeinsam mit Iris Schmid das „Alla turca”.
      Eine Ruhe- (und Beruhigungs-)pause bekommen die Schüler beim „Ave Maria” von Bach-Gounod. Hier trennt sich das Duo und der Geiger spielt zunächst ganz hinten aus dem Publikum heraus, um sich dann wieder auf der Bühne mit der Pianistin zu vereinen.
      Dass die Geige aber nicht nur schöne und beruhigende Melodien spielen kann, wird schon sehr bald beim nächsten Stück, der „Carmen-Fantasie” von Pablo de Sarasate klar. Florian demonstriert anhand verschiedener Ausschnitte aus dem Stück, wie die Geige sich ärgert, lacht, weint, wütend ist und welche technischen Tricks man noch auf ihr machen kann.
      Den Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart haben die Schüler schon kennengelernt. Dass er aber in einem Alter schon komponiert hat, in dem sie gerade einmal in die Schule gekommen sind, ist schon beeindruckend. Im folgenden kleinen Menuett G-Dur werden die Schüler, die ein Instrument spielen, auf die Bühne gebeten und dürfen gemeinsam mit den beiden Künstlern musizieren. Dadurch werden Berührungsängste abgebaut und die Kinder zum eigenen Musizieren motiviert.
      Der „Ungarische Tanz” No. 5 von Johannes Brahms ist mit seiner einprägsamen Melodie und seinen interessanten Tempowechseln längst zu einem Gassenhauer geworden. Den Kindern ist er schon vom Unterricht her bekannt. Nun dürfen sie ihre Papiertüten platzen lassen, aber erst auf Zeichen des Geigers und an einer ganz bestimmten Stelle, die sie heraushören müssen.
      Bereits im Unterricht haben Florian und Iris die Schüler darauf hingewiesen, dass Handys nicht erlaubt sind. Dennoch klingelt plötzlich eines, sehr zu Iris' ärger, die just gerade mit diesem Stück, dem „Entertainer” von Scott Joplin beginnen wollte. Zu allem überfluss stellt sich heraus, dass es Florians Handy ist und so herrscht miese Stimmung auf der Bühne. Florian versucht aber, sich mit seinem Geigenspiel bei Iris wieder einzuschmeicheln und mit in das Stück einzusteigen, was ihm glücklicherweise auch bald gelingt, so dass alles wieder in Butter ist.
      Den Abschluss bildet Gioacchino Rossinis Ouvertüre zu „Wilhelm Tell”, bekannt als Handy-Klingelton und aus zahlreichen Filmen. Diesmal bekommt die Melodie einen Text unterlegt, der vom Ping-Pong-Spiel handelt. Die Bälle gehen schnell hin und her und werden von den eingeteilten drei „Mannschaften” zum Klavier und der Geige gespielt. Zu guter Letzt kann man das Springen des Balles sogar sehen, wenn die Kinder bei ihrem Einsatz kurz aufstehen dürfen.
      Nach der Auslosung der Gewinner des Preisrätsels verabschieden sich die Künstler.

    • Ablauf an den Schultagen:
      Zeit 1. Gemeinsames Treffen in der Aula
      10' - Begrüßungsstück (Czardas von Grock)
      - Offizielle Begrüßung und Vorstellung (à Name, Werdegang; à Kurze Vorstellung des Vorhabens (Was die Kinder erwartet))
      2. Arbeit in Gruppen
      35' - 2 Gruppen (à Klavier + Geige)
      - Genaueres Betrachten der Geige bzw. d. Klaviers
      - Informationen zu Bau, Klangerzeugung und Mechanik, Geschichte etc.
      - Vorführen verschiedener Klangfarben und Spielmöglichkeiten unter Einbeziehung konkreter Musikstücke à Mozart Alla turca, Menuett
      35' 3. Tauschen der Gruppen
      4. Treffen in der Aula
      18' - kurzes Stück für Violine und Klavier zum Sammeln (Brahms, Ungarischer Tanz)
      - Fragen der Schüler
      2' - Abschlussstück (Paganini: Moto perpetuo)
      100'
      Musikalisch begabte Kollegen möchten wir bitten, bei unserem Projekt ein bisschen mitzuhelfen. Dazu erhalten Sie Informations- und Begleitmaterialien, mit denen Sie unser Projekt vorbereiten (Mozart, Menuett) bzw. nachbereiten (Informationen zum Geigenbau, Arbeitsblätter und Kopiervorlagen) können.

    • Voraussetzungen an den Schulen:
      Aula oder großer Raum mit Klavier (nicht elektrisch!), in dem sich alle treffen können
      zweiter Raum für die Geigengruppe
      kleines Schlagwerk zum Mitspielen (Klanghölzer, Schellenkränze, Handtrommeln, Gurken u.ä.) in der Aula
      eigene Instrumente der Kinder für das Mozart Menuett (Noten vorher mit nach Hause geben)
      Während des Projekts können die Kinder an einem Preisrätsel teilnehmen, das sich auf die Stücke des Konzerts sowie auf im Unterricht besprochene Fragen zu den Instrumenten bezieht.

    • Empfehlenswerte Materialien zur Vor- und Nachbereitung
      • Fidelio, Musik in der Grundschule, Schülerband und Lehrerband mit Kopiervorlagen + CD
        Band 2: Geige
        Band 3: Klavier
        Westermann-Verlag
      • Tina spielt Klavier von M. Simsa und W. Opgenoorth, Annette Belz-Verlag (mit Begleit-CD)
      • Mein Instrument: Die Violine; Bärenreiter-Verlag
      • Mein Instrument: Das Klavier; Bärenreiter-Verlag (sehr detailgenau, Informationen auch zur Instrumentengeschichte, gut illustriert)
      • Werbehefte des Steingräber Klavierhauses in Bayreuth (per Internet bestellbar)
      • Die Schnecke und die Violine von D. Glüxam (Vorlesegeschichte)

    • Sonstiges
      Zielgruppe: Schüler der 3. oder 4 . Klassen
      Kosten: ca. 4-5 € pro Schüler, je nach Aufwand bzw. Dauer der Arbeit in den Klassen